Fragen aus Sicht der Eltern
Wird das Niveau sinken?
Wie steht es mit der Leistungsfähigkeit, wenn einzelne Kinder ganz offensichtliche Schwächen in die Klasse bringen?
Mögliche Antworten:
Jedes Kind ist ein Ganzes. Kinder mit einer offensichtlichen Schwäche können auch Stärken haben und mitbringen. In einer Gemeinschaft kann durch die Hilfestellung rund um eine Behinderung/Benachteiligung eine positive Dynamik entstehen. Aus Sicht der SchülerInnen kann folgende Situation entstehen:
- Ich habe ja Zeit und Freiraum und langweile mich oft; ich kann X gut helfen.
- Ich bin eigentlich im Deutsch gar nicht so stark, aber wenn ich X etwas erkläre, fühle ich mich prima.
Wird meinem Kind noch genügend Aufmerksamkeit zukommen?
Sind dann nicht die "Spezialfälle" im Zentrum? Ist individuelle Förderung bzw. die Förderung der „normalen“ Kinder dann überhaupt noch möglich?
Mögliche Antworten:
Da gibt es wohl wirklich eine Grenze der Belastbarkeit. Kinder, die z.B. auch körperlich viel Betreuung brauchen, müssen auf ein Team zählen können, damit alle Kinder einer Klasse eine angemessene Förderung und Aufmerksamkeit bekommen. Hier gibt es aber positive Erfahrungen, z.B. in der Schule Stöckacker in Bern. Es funktioniert, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
Ich will mein Kind schützen; es könnte doch "zuviel" werden für die Sensiblen?
Wie gehen Kinder mit „schwächeren“ oder „anderen“ Kindern um? Wenn das familiäre Umfeld wenig Kontaktpunkte dieser Art hat, müssen sich gewisse Kinder zuerst an die Vielfalt gewöhnen, einen Umgang finden.
Mögliche Antworten:
Die Schule bietet hier ein lebensnahes Lernfeld und kann/muss/soll möglichst ein Abbild der Gesellschaft sein. Man darf vermuten, dass Integration auf der Unterstufe eine grosse Auswirkung auf die kommenden Lebensjahre hat und viele Schwierigkeiten (z.B. Abgrenzungstendenzen in der Pubertät, Ängste etc.) gemildert werden.
Ist mein behindertes Kind in einer Spezialklasse nicht viel besser betreut und weniger frustriert als in einer gemischten Klasse?
Mögliche Antwort:
Erfahrungen in Integrationsklassen zeigen, dass behinderte Kinder durch die Erfahrung des gemeinsamen Unterrichts in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt werden Ein behindertes Kind in einer Integrationsklasse in der Stadt Hamburg hat seine positive Erfahrung so ausgedrückt: "Also ich würde immer für Integrationsklassen plädieren, nicht nur weil ich denke, dass sie zum Beispiel für Dirk und Bärbel total gut waren, besser als jede Sonderschule garantiert, weil es hier einfach heftiger zu geht (lacht), auch für mich war das wichtig mit Dirk und Bärbel - und ohne die zusätzlichen Pädagogen hätte ich meine Schulzeit hier längst nicht so gut geschafft!"
